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Heute waren wir die große Attraktion in der Sandkuhle im Grunewald. „Was für einen Film dreht ihr da?“ „Hast du auch mal in einem Film mitgepielt?“ „Darf ich da lang gehen?“ „Kann ich auch in den Film?“




Sarah und Lenny sind vier der sechs Augen hinter der HD-Kamera von „Letzter Aufruf Paradise“. Da die Schauspieler/innen sowieso immer stark im Fokus stehen, zerre ich die beiden heute einmal vor die Linse.

1) Wie sah deine Beschäftigung mit Film bisher aus?
Sarah: Ich schaue gerne Filme und gehe auch relativ regelmäßig ins Kino. Am liebsten europäische („Dancer in the Dark“, „Wilbur Wants to Kill Himself“) oder asiatische („Old Boy“) bzw. indische („Rang De Basanti“) Produktionen …
Selbst habe ich bisher noch nicht gefilmt, aber Drehbücher habe ich schon geschrieben. Zwar hatte ich noch keine Möglichkeit sie umzusetzen, aber vielleicht ändert sich das ja noch.

Lenny: Seit ich klein bin schaue ich schon gerne Filme. In den letzten Jahren wurden diverse Genres für mich immer interessanter und zwar Crime/Drama und teilweise Western. Ein Paradebeispiel eines meiner Lieblingsfilme ist Appaloosa (gibt es leider nicht auf deutsch). Ins Kino gehe ich immer weniger, da mich die Qualität der BluRays fasziniert und ich fast nur noch HD-Filme schaue. Ich filme übrigens auch selbst, bisher aber nur hobbymäßig.

2) Was macht dir beim Dreh am meisten Spaß?
Lenny: Bei unserem jetzigen Projekt drehe ich total gerne Szenen ohne Stativ. Als Beispiel nenne ich mal das Mitrennen in einer Gruppe oder das Filmen aus einem Auto heraus. Außerdem macht es mir auch Spaß total simple Dinge aus dem Alltag interessant darzustellen.

Sarah: Eigentlich macht alles Spaß. Sogar die Tonangel werd‘ ich wahrscheinlich am Ende lieb gewonnen haben!

3) Ist es schwer mit der Technik zurecht zu kommen?

Sarah: Naja, einfach ist es nicht grade, aber ich glaube, dass ich mittlerweile einen relativ guten Überblick habe…. und Caro ist ja auch immer dabei!

Lenny: Da ich mich schon lange für (Kamera-)Technik interessiere und mich auch schon viel belesen habe, ist es für mich aufregend nun die ganzen Funktionen einer solch teuren und guten Kamera selbst zu testen. Da ich selber einen Camcorder mit vielen manuellen Funktionen besitze, fällt es mir nicht sehr schwer.

4) Hast du nicht ab und zu mal Lust, selbst vor der Kamera zu stehen, anstatt für den Zuschauer nur im Abspann aufzutauchen?
Lenny: Selbst möchte ich nicht unbedingt als Hauptdarsteller vor der Kamera stehen. Ich könnte mir jedoch ein einmaliges Auftauchen im Hintergrund als kleinen Gag vorstellen…

Sarah: Da das schauspielerische Talent leider komplett an mir vorbeigezogen ist, ist das vollkommen ok. Außerdem: was heißt hier „nur“ ?!

Foto: Susanne Lipp

Brückenzeit

„Danke!“, ruft der Regisseur in den Raum. Die Menschen trauen sich wieder zu atmen, das Klappenprotokoll notiert „Kopierer“, die Kamera wird umgestellt, neu ausgerichtet, angepasst. Das Licht verändert. Kurze Absprachen allerorten, einer stopft sich schnell einen Keks in den Mund. Irgendwas stimmt am Bild nicht, der Scheinwerfer blendet, wird umgerichtet. Eine murmelt schwierige Textstellen, der Regisseur will wieder anfangen, aber die Requisiten sind noch nicht wieder einsatzbereit. Die Kamera versucht sich an ein paar Schwenks. Die Klappe notiert die nächste Einstellung. Dann plötzlich: „Achtung, wir drehen! Kamera?“, „Läuft!“, „Klappe!“, „28/3, die erste“, „Und bitte!“.

C02 ist ungefährlich! Wir trinken es ja schließlich in Wasser, Bier und Cola. Und erhöht sich etwa unsere Körperkerntemperatur?
Na bitte, die Redaktion von Extra 3 (NDR) ist auch meiner Meinung:

Die Geschichte der sogenannten Dystopien (im Gegensatz zur Utopie) – wie auch „Letzter Aufruf Paradise“ eine ist – beginnt erst mit der industriellen Revolution. Plötzlich begann der technische Fortschritt die Menschen zu bedrohen, ihnen nicht mehr zu helfen. Maschinen machten nicht die Arbeit leichter, sie nahmen Arbeit weg. Frankenstein ist ein gutes Beispiel für die Angst vor der falschen Anwendung der technischen Möglichkeiten, die sich breit machte. Moderne Dystopien sind „Matrix“ oder „I, Robot“.

Wer aber braucht sowas? Will man sich wirklich mit den Depressionen irgendwelcher Autoren auseinandersetzen? Bringt denn ein konstruktiver Dialog über Möglichkeiten nicht viel mehr?
Die Antwort lautet wohl wie immer: Jein. Dystopien warnen uns vor möglichen Entwicklungen und zeigen uns, wie drastisch sich unser heutiges Verhalten auswirken könnte. Sie dürfen aber nicht nur Angst verbreiten, sondern müssen den Zuschauer auch animieren, aktiver zu werden und eine bessere Zukunft zu gestalten.

Zerstörte Zukunft

Foto: Susanne Lipp

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