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Ein unschuldiges Auto in das gefährliche Hydromobil zu verwandeln, ist unserer Ausstatterin Eva Csonka (2. Foto) ein Leichtes. Ein bisschen Draht, meterweise alte Plane, Klebeband und eine Portion Erfindergeist genügen und mit ein wenig Mithilfe dauert die Verpuppung weniger als eine Stunde.



Greenwashing, also Strategien ein Unternehmen durch kleine Projekte sehr positiv wirken zu lassen, um schlechte Publicity zu begrenzen, ist der ewige Dorn im Auge der Umweltschützer. Das Energieunternehmen British Petroleum (BP) ist ein gutes Beispiel. Es verwandelte sein Logo in eine Art grüne Sonne, legte sich das Motto “bp – beyond petroleum” zu und investiert bis 2015 etwa 800 Millionen US-Dollar in die Erforschung alternativer Energien. Bei einem jährlichen Gewinn von über 22 Milliarden (!) wohl zu verschmerzen, wenn man damit von Vorwürfen wie der Finanzierung von Bürgerkrieg und Waffenhandel, Zerstörung von Lebensgrundlagen in Ölfördergebieten und die Kooperation mit Militärregimen ablenken kann.

Wir als Konsumenten haben die Macht, den Konzernen zu zeigen, wohin wir wollen. Aber wenn sie nicht selbst wirklich umweltfreundlich und verantwortungsvoll agieren wollen, haben wir verloren. Gegen den Wasserverbrauch, CO2-Ausstoß und Giftstoffeinsatzes eines Großkonzerns ist unser Umsteigen auf das Fahrrad und das Kaufen von Bioprodukten geradezu lächerlich. Der Klimawandel kann nur gemildert werden, wenn die umweltzerstörerische Gewinnmaximierung aufhört und einer Gewinnmaximierung im Einklang mit der Natur weicht. (Die Abschaffung der Gewinnmaximierung an dieser Stelle zu fordern, kommt mir zu illusorisch vor.)

Braunekohlekraftwerk in Ostsachsen

Die Frage ist: Warum handeln Unternehmen eigentlich so? Der Manager als Familienvater wünscht sich doch genau wie jeder andere, dass sein Kind selbst Kinder bekommen kann, dass es nicht Krieg um Wasser führen muss.
Was aber kümmert den Konzern die Welt in 50 Jahren? Bis dahin kann er zerschlagen, insolvent oder aufgelöst sein. Die Aktionäre dagegen fordern jährliche Rendite, täglich kann der Kurs fallen.

Die Sichtweise des Privatmenschen und des Managers muss also angeglichen und nicht wie bisher entkoppelt werden. Unternehmen müssen der Menschheit nützlich sein und nicht einzelnen Menschen.

Foto: Daniel Eichenberg / jugendfotos.de

Die letzte Woche des Drehs ist angebrochen. Zeit sich ein wenig Gedanken um das Vermarktungskonzept zu machen.

HAVEL
Ich hab nie verstanden, wieso sie Getreide auf ihrem Grab haben wollten. Was für eine Verschwendung. Hier regnet’s doch sowieso fast nie.

SPREE
Ich glaub, weil das Getreide so besonders ist. Unsere Familie hat lange gebraucht, ein Korn zu züchten, das wieder nachwächst. Jetzt kann uns keiner mehr davon erzählen, wie die Menschen vor der Katastrophe gelebt haben… und vom Schnee… den hätt’ ich schon gerne mal gesehen. Sie hat gesagt, dass es sich anfühlt wie kaltes Nichts, das auf der Haut zu Wasser wird. Glaubst du, dass es irgendwo noch Schnee gibt?

HAVEL
Manchmal hab ich das Gefühl, dass sie sich die Sachen ausgedacht hat, also jedenfalls so’n bisschen. Mit den ganzen bunten Lichtern und alles soll so groß gewesen sein und voller Menschen…

SPREE
Aber sie war nicht die Einzige, die an eine Stadt im Norden geglaubt hat. Ich kann mir schon vorstellen, dass es andere Menschen gibt.

HAVEL
Ich hab noch nie welche getroffen außer unserer Familie… Auf jeden Fall können wir nicht hier bleiben, zu zweit kriegen wir das Wasser nicht aus dem Schacht hochgezogen. Was sollen wir denn jetzt machen?

Fotos: Gwen Schlüter

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