Der feine Unterschied


Schauspiel für Film und Theater unterscheidet sich in einigen Punkten. Gerade den Leuten, die das Theaterstück mitentwickelt haben, steckt die Bühnenfassung noch ordentlich in den Knochen.

Hier ein kurzer Exkurs in die Tücken des Wechsels zwischen den Welten:

Die Vorbereitung: Im Theater probt man ein bis zwei Monate, bevor ein Stück Premiere feiert. In Laiengruppen liegt die Probenzeit oft sogar noch deutlich höher. Beim Film kommt der Schauspieler bereits komplett vorbereitet ans Set, da sofort mit kurzen Proben und dem Drehen begonnen wird. Das Einfinden in die Rolle muss also bereits vorher passiert sein und wird nicht wie beim Theater in einem langsamen Prozess mit dem ganzen Ensemble und dem Regisseur erarbeitet.

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Die Chronologie: Im Theater wird die Geschichte (meist) chronologisch erzählt. Schauspieler können also die Entwicklung der Figuren auf der Bühne miterleben und das für ihr Spiel nutzen. Das Drehen eines Filmes richtet sich jedoch (oft) eher nach den Drehorten: Alle Szenen an einem Drehort werden hintereinander gedreht, sodass der Schauspieler innerhalb der Geschichte springen muss.

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Foto: Hanna Urschler / jugendfotos.de

Das Spielen: Der Schauspieler im Theater ist direkt mit seinem Publikum konfrontiert. Seine Stimme ist dazu ausgebildet, große Distanzen zu überbrücken. Und auch sein Körper muss diese Strecken überwinden, weshalb die Bewegungsabläufe eher „groß“ sind. Im Film dagegen muss der Schauspieler sehr bei sich bleiben, weil zu große Bewegungen schnell grotesk wirken. Er muss seine Emotionen also selbst durch kleinste Bewegungen im Gesicht bei einer Nahaufnahme (Close-Up) deutlich machen können.